Alla Paslawska

Die XIII. IDT in Graz 2005

Begegnungssprache Deutsch: Motivation, Herausforderung, Perspektiven

 

Vom 1. - 6. August 2005 fand in Graz die XIII. Internationale Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer (IDT) statt. Sie wurde dem Thema Begegnungssprache DEUTSCH - Motivation - Herausforderung – Perspektiven gewidmet. Mehr als 2000 Lehrkräfte und Wissenschaftler aus 100 Ländern nahmen an diesem Kongress teil, wo sie grundsätzliche Fragen der Sprachenpolitik, neue Erkenntnisse der Sprachlehrforschung und Sprachdidaktik sowie die sich daraus ergebenden Konsequenzen für den Deutschunterricht diskutierten. Die XIII. IDT hatte mehrere Ziele:

Mit ihrem Thema Begegnungssprache DEUTSCH - Motivation - Herausforderung – Perspektiven nahm die XIII. IDT Fragestellungen auf, die im kulturellen Kontakt und in der Sprachvermittlung heute richtungweisend sind: Sprachbegegnung und ein Begegnungssprachen-Konzept für den Unterricht sind methodische Kategorien für einen interkulturellen und handlungsorientierten Deutschunterricht - zugleich aber verwies das Tagungsthema auf die Zielsetzungen von Deutschunterricht in einer Welt, die auf die Fähigkeit der Menschen zu Begegnung und Verstehen angewiesen ist.

Das Programm der Tagung gliederte sich in 3 Bereiche:

1) Das Fachprogramm bestand aus

a) den Plenarveranstaltungen: Eröffnung (1. August 2005) und Schluss (6. August 2005), sowie

b) der Arbeit in den Sektionen und Foren:

Die Sektionen bildeten wie bei jeder IDT das Kernstück der aktiven Arbeit der TeilnehmerInnen. Sie gliederten sich in zwei geschlossene Arbeitseinheiten (Montag/Deinstag und Donnerstag/Freitag) und boten Raum für Workshops, Podien, Diskussionen, Präsentationen und Kurzvorträge zum jeweiligen Fachbereich. Ein intensiver Austausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kleinen Gruppen wurde durch die große Zahl der Sektionen (40!) garantiert. Neu am Sektionskonzept der IDT 2005 war die Zusammenführung einzelner Sektionen in thematische Gruppen. Damit wurden die Vernetzung und der Austausch zwischen inhaltlich "verwandten" Sektionen ermöglicht. Um die Ergebnisse der verschiedenen Sektionen sektionsübergreifend auswerten zu können, wurden Leitfragen erarbeitet. Sie dienten der Fokussierung der inhaltlichen Arbeit auf wesentliche thematische Aspekte und relevante Fragestellungen in den einzelnen Sektionen.

Am Ende jeder Sektionseinheit konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der acht thematischen Gruppen zu einer Bilanz treffen und sich über die wichtigsten Ergebnisse und Perspektiven der anderen Sektionen ihrer Gruppe informieren. So wurde allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein weiter fachlicher Überblick ermöglicht.

c) den Vorträgen und Podien:

In diesen zwei Präsentationsformen beleuchteten Expertinnen und Experten die aktuellen gesellschafts- und sprachpolitischen, die didaktischen, wissenschaftlichen und unterrichtssprachlichen Aspekte der Begegnung mit und durch Sprache. Es wurden 3 Vortragsblöcke mit jeweils 11 parallelen Vorträgen und 6 parallele Podien angeboten.

2) Das Rahmenprogramm bot fachliche und touristische Ergänzungen, von den Präsentationen und Ausstellungen der Verlage und Institutionen, über Stadtführungen und Ausflüge bis zum Empfang für alle TagungsteilnehmerInnen.

3) Täglich gab es ein abwechslungsreiches Kulturprogramm mit mehreren parallelen Angeboten. Künstlerinnen und Künstler aus allen deutschsprachigen Ländern (A. Fian, B. Frischmuth, L. Hartmann, H. Seethaler, L. Wieser, M. Auer, J. Treiber u.a.) präsentierten sich in Ausstellungen, Liederabenden, Lesungen und Konzerten, wodurch der kulturvermittelnde Aspekt von Sprache zum Ausdruck gebracht wurde. Besonderes Augenmerk wurde Beiträgen aus Österreich und vornehmlich der Steiermark geschenkt.

            Die ukrainische Delegation wurde an der Tagung durch Deutschlehrer aus verschiedenen Regionen der Ukraine vertreten: T. Komarnytska, Präsidentin des UDGV (L’wiw), G. Draganowa (Krim), O. Oguy (Černivci), A. Paslawska, I. Knihinitska, I. Losenko (L’wiw), L. O. Shyschlina (Poltawa) u. a. Die Tagung bot eine ausgezeichnete Möglichkeit Kontakte zu Kollegen aus der ganzen Welt anzuknüpfen, Erfahrungen auszutauschen, neue DaF-Lehrbücher kennzulernen oder die eigenen vorzustellen.

            Abschließend wurde am 6. August die Resolution der XIII. Internationalen Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer Grazer Erklärung „Begegnungssprache Deutsch“

 gebilligt, in der Grundsätze und Empfehlungen erarbeitet wurden, die darauf zielen, die deutsche Sprache als Mittel der Verständigung und Begegnung zu fördern und ihre Vermittlung zu unterstützen.